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/ Förderung zur Modernisierung von Eigenheimen

Leistungsbeschreibung

Wer wird gefördert?

Natürliche Personen als Eigentümerinnen und Eigentümer oder sonstige dingliche Verfügungsberechtigte von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen mit ausreichender Kreditwürdigkeit. Die Immobilie muss zum Zeitpunkt der Antragstellung vom Eigentümer oder von seinen Angehörigen selbst genutzt werden oder zu deren Nutzung bestimmt sein.

Fördervoraussetzung ist, dass

  • der Wohnraum zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mehr als fünf Jahren bezugsfertig ist,
  • das anrechenbare Einkommen des nutzenden Haushalts die Einkommensgrenzen des § 13 Abs. 1 WFNG nicht übersteigt. 

 Was wird gefördert?

Gefördert werden bauliche Maßnahmen (Modernisierung) im Bereich der Verbesserung der Energieeffizienz, der Verbesserung im Hinblick auf die Umsetzung der Barrierefreiheit, des Umbaus von Wohngebäuden, der Anpassungsmaßnahmen an Klimafolgen, der Verbesserung des Sicherheitsempfindens und Maßnahmen zur Digitalisierung, der Verbesserung des Wohnumfeldes und der mit den vorgenannten Maßnahmen zusammenhängenden Instandsetzungen sowie untergeordnet auch sonstige Instandsetzungen. 

Förderfähige Maßnahmen sind zum Beispiel: 

Verbesserung der Energieeffizienz

  • Wärmedämmung der Außenwände. Dabei sollen alle Außenwände gedämmt werden, die nicht mindestens den Anforderungen der Dritten Wärmeschutzverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 16.08.1994 (BGBl. I S. 2121) entsprechen. 
  • Wärmedämmung der Kellerdecke und der erdberührten Außenflächen beheizter Räume, der untersten oder obersten Geschossdecke oder des Daches.
  • Einbau von Fenstern und Fenstertüren, Dachflächenfenstern und Außentüren sowie der Einbau von Lüftungsanlagen. Es sollen möglichst alle Fenster und Fenstertüren, Dachflächenfenster und Außentüren ausgetauscht und mit Dreifachverglasung ersetzt werden. Entsprechen einzelne Fenster und Türen bereits den Anforderungen der Anlage 3 der Dritten Wärmeschutzverordnung (Wärmedurchgangskoeffizient kF ≤ 1,8 W/m2K) können diese anerkannt werden. Bei der Erneuerung von Wohnungstüren in Außenfassaden (Balkon- und Terrassentüren, Wohnungseingangstüren) sind untere Anschläge oder Schwellen nur bis zu einer Höhe von 2 Zentimetern zulässig. Bei der Erneuerung von Fenstern oder Fenstertüren im Geschosswohnungsbau muss der Tauwasserbildung an den Oberflächen von Bauteilen wirksam vorgebeugt werden. Zu diesem Zweck kann eine geeignete Lüftungsanlage eingebaut werden. Andernfalls ist zu gewährleisten, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der neu eingebauten Verglasung (Ug-Wert) um mindestens 0,1 W/m2K höher liegt als der Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwände (Uw-Wert) und beziehungsweise oder der Dachflächen (UD – Wert) des Raums, der durch die Verglasung belichtet wird. In der Regel soll dies durch die gleichzeitige Dämmung der Außenwände und Dachflächen erfolgen. Dies gilt analog für die Erneuerung von Hauseingangstüren. Im Einzelfall darf der Bildung von Tauwasser durch andere Maßnahmen vorgebeugt werden. Der Bewilligungsbehörde ist darzulegen, dass die getroffenen Maßnahmen die Anforderungen mindestens gleichwertig erfüllen.
  • Der erstmalige Einbau oder das Verbessern der Energieeffizienz von Heizungs- und Warmwasseranlagen auf der Basis von Brennwerttechnologie – mit Ausnahme von Ölheizungen oder Nachtstromspeicherheizungen – sowie auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen, Nah- oder Fernwärme, Biomasse und anderen erneuerbaren Energien sowie von unterstützenden Solarthermie-Anlagen. Diese Maßnahmen müssen die technischen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen.
  • Nachweise oder Energiegutachten, die im Zusammenhang mit den geförderten Maßnahmen stehen.

Es wird ein erhöhter Tilgungsnachlass gewährt, wenn mindestens die Außenfassade gedämmt wird und ausschließlich Dämmstoffe eingesetzt werden, die mit dem Umweltzeichen Blauer Engel oder nach dem natureplus-Standard zertifiziert sind.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz durch ein Fachunternehmen des Bauhandwerks ausgeführt werden.
Die Maßnahmen müssen mindestens den Bestimmungen des Gebäudeenergiegesetzes entsprechen. Deren Einhaltung ist durch eine Unternehmererklärung gemäß § 96 Gebäudeenergiegesetz oder durch Ausstellungsberechtigte für Energieausweise gemäß § 88 Gebäudeenergiegesetz nachzuweisen.

Verbesserung im Hinblick auf die Umsetzung der Barrierefreiheit

  • Barrierereduzierung beziehungsweise barrierefreie Gestaltung der äußeren Erschließung auf dem Grundstück.
  • Verbesserung der Auffindbarkeit und Erreichbarkeit der Zugangs- und Eingangsbereiche.
  • Überwinden von Differenzstufen, zum Beispiel zwischen Eingang und Erdgeschoss sowie innerhalb einer Wohnung durch Rampen, Aufzug, Treppen- oder Plattformlift oder durch das Umgestalten eines Nebeneingangs.
  • Barrierereduzierung beziehungsweise barrierefreie Gestaltung der inneren Erschließung des Gebäudes einschließlich der Nachrüstung elektrischer Türöffner sowie des Einbaus von Orientierungssystemen für Menschen mit sensorischen Einschränkungen und das Ausstatten mit auditiven, visuellen oder taktilen Orientierungshilfen.
  • Ändern der Grundrisse, um barrierearme beziehungsweise barrierefreie Wohnflächen oder zusätzliche Bewegungsflächen zu schaffen. 
  • Schaffen stufenfrei erreichbarer Abstellflächen.
  • Einbau von Türen (Wohnungseingangstüren, Innentüren, Balkon- und Terrassentüren), um Durchgangsbreiten zu erhöhen oder Türschwellen abzubauen. 
  • Anpassung von Sanitärräumen an die Anforderungen der Anlage 4.2/3 VV TB NRW, mindestens jedoch der Einbau eines barrierefreien Duschplatzes, der im Wohnungsbestand höchstens Wasserschutzkanten von bis zu 2 Zentimetern haben darf, wobei der Sanitärraum stufen- und schwellenlos oder ohne untere Türanschläge zu erreichen sein muss. 
  • Barrierefreie Umbau eines vorhandenen oder der Anbau eines neuen barrierefreien Balkons oder einer barrierefreien Terrasse einschließlich der Außen- oder Fenstertüren, die einen unmittelbaren Zugang zu dem Freisitz ermöglichen, der im Wohnungsbestand höchstens eine Schwelle oder unteren Türanschlag bis zu 2 Zentimetern aufweisen darf. 

Umbau von Wohngebäuden

  • Erweitern von Eigenheimen durch Aus- oder Anbau beziehungsweise Aufstockung.

Anpassungsmaßnahmen an Klimafolgen

  • Maßnahmen zur Bodenentsiegelung und das Schaffen von offenen Wasserflächen auf dem Grundstück zur Verbesserung des Mikroklimas und der Luftkühlung. 
  • Anlegen von Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Mikroklimas.
  • Maßnahmen zur dezentralen Versickerung, Rückhaltung oder Nutzung von Regenwasser. 
  • Bauliche Sicherung des Gebäudes vor Extremwettereignissen und vor eindringendem Wasser bei Starkregen oder Hochwasser. 
  • Installation von Verschattungselementen am Gebäude.

Verbesserung des Sicherheitsempfindens und Maßnahmen zur Digitalisierung

  • Verbessern der inneren Erschließung, zum Beispiel das Durchtrennen langer Erschließungsflure und das (Neu-)Erschließen der geteilten Geschosse durch ein zusätzliches Treppenhaus sowie der Umbau von Zu- und Eingangsbereichen sowie von Kellergeschossen zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens. 
  • Einbau von Sicherheitstechnik zum Schutz gegen Einbruch einschließlich der Verriegelung von Fenstern oder Fenster- und Kellertüren. 
  • Einbau oder das Nachrüsten von Türen mit Türspion oder Querriegelschloss. 
  • Verbesserung der Belichtung am und im Gebäude zum Beispiel durch Bewegungsmelder. 
  • Einbau von intelligenten Messsystemen (iMsy) sowie digitaler Gebäudetechnik (Smart Home) zum Beispiel für optimiertes Bewirtschaften und Steuern des Ressourcenverbrauchs, für Kommunikation und Vernetzung sowie wohnbegleitende Service- und Assistenzangebote. 
  • Maßnahmen, die ein Brandschutzgutachten empfiehlt.

 Verbesserung des Wohnumfeldes

  • Bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Lärm.

Sonstige Instandsetzungen

  • Gefördert werden auch Instandsetzungen, die nicht durch die Modernisierung verursacht werden. Diese sonstigen Instandsetzungsmaßnahmen sind förderfähig, soweit sie gleichzeitig mit der Modernisierung durchgeführt werden und nicht den überwiegenden Teil der Kosten aller Baumaßnahmen ausmachen.

Wie hoch ist das Darlehen?

Das Darlehen beträgt maximal 120.000 € pro Wohnung oder Eigenheim. Die Förderung erfolgt mit Darlehen bis zu 100 Prozent der förderfähigen Bau- und Baunebenkosten. 

Darlehensbeträge unter 5.000 € können nicht bewilligt werden.

Wie sind die Darlehenskonditionen?

 Zinsen:

  • 0,0% p.a. für die ersten zehn Jahre, danach beträgt der Zins jährlich 0,5 %. 
  • Die Dauer der Zinsverbilligung beträgt wahlweise 20 oder 25 Jahre nach der Fertigstellung der Maßnahmen. Im Anschluss wird das Darlehen marktüblich verzinst. 
  • Das Förderobjekt darf für die Dauer der gewählten Zinsverbilligung nur zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden.

  Verwaltungskostenbeitrag:

  • 0,5% p.a.

 Verwaltungsgebühren:

  • Bei Erteilung der Förderzusage werden Verwaltugsgebühren in Höhe von 0,8 % der Darlehenssumme fällig.

Auszahlung:

  • 100 % 

  Tilgung:

  • 2% p.a. zuzüglich ersparter Zinsen. 

 Tilgungsnachlass:

  • Auf Antrag wird für das Darlehen ein anteiliger Tilgungsnachlass (Teilschulderlass) in Höhe von 20 Prozent des nach Prüfung des Kostennachweises anerkannten Darlehens gewährt. Wird durch die geförderten Maßnahmen ein für Bestandsgebäude überdurchschnittlicher energetischer Standard erreicht und beziehungsweise oder erfolgt eine Wärmedämmung ausschließlich mit ökologischen Dämmstoffen wird der auf das Gesamtdarlehen gewährte Tilgungsnachlass zusätzlich um jeweils 5 Prozentpunkte erhöht. Der Tilgungsnachlass wird bei Leistungsbeginn vom bewilligten Förderdarlehen abgesetzt.
  • Die Anpassung von bestehendem Wohnraum an den konkreten, individuellen Bedarf von schwerbehinderten oder pflegebedürftigen Haushaltsangehörigen wird besonders unterstützt. Bei Nachweis einer Schwerbehinderung oder eines Pflegegrades wird auf den Darlehensbestandteil, der auf Maßnahmen zum Abbau von Barrieren entfällt, ein erhöhter Tilgungsnachlass von 50 Prozent gewährt.

Die Auszahlung des Darlehens erfolgt 

  • in einer ersten Rate in Höhe von 50% bei Maßnahmenbeginn und
  • in einer zweiten Rate in Höhe von 50 % nach Fertigstellung der Maßnahme und abschließender Prüfung des Kostennachweises durch die Wohnraumförderung.

Antragsverfahren

Die Fördermittel können Sie bei der Wohnraumförderung des Kreises Steinfurt beantragen. Hier erhalten Sie auch die entsprechenden Antragsvordrucke und weitergehenden Informationen: 

Die Maßnahmen müssen innerhalb von 24 Monaten nach Erteilung der Förderzusage abgeschlossen sein. Mit der Anzeige der Fertigstellung der Maßnahmen ist ein Kostennachweis in Form einer summarischen Kostenaufstellung vorzulegen. Werden Maßnahmen nicht wie beantragt durchgeführt oder entstehen tatsächlich geringere Kosten, bleibt eine Darlehenskürzung vorbehalten.

 

 

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