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/ Förderung zur Modernisierung von Mietwohnraum

Leistungsbeschreibung

Spezielle Hinweise für - Kreis Steinfurt

Wer wird gefördert?

Natürliche und juristische Personen als Eigentümerinnen und Eigentümer oder sonstige dingliche Verfügungsberechtigte von Mietwohnungen mit ausreichender Kreditwürdigkeit.

Fördervoraussetzung ist, dass 

  • der Wohnraum zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mehr als fünf Jahren bezugsfertig ist,
  • die Gebäude nicht mehr als fünf Vollgeschosse aufweisen. In Innenstädten und Innenstadtrandlagen sind auch Gebäude mit bis zu sechs Vollgeschossen förderfähig, wenn sich deren Geschossigkeit städtebaulich vertretbar einfügt,
  • die Wohnungen eine Wohnfläche von 35 m² nicht unterschreiten,
  • die Finanzierung der Gesamtkosten gesichert ist. 

Was wird gefördert?

Gefördert werden bauliche Maßnahmen (Modernisierung) im Bereich der Verbesserung der Energieeffizienz, des Abbaus von Barrieren, der Verbesserung der Sicherheit und Digitalisierung, der Verbesserung des Wohnumfeldes und der mit den vorgenannten Maßnahmen zusammenhängenden Instandsetzungen sowie untergeordnet auch sonstige Instandsetzungen.

Förderfähige Maßnahmen sind zum Beispiel:

Verbesserung der Energieeffizienz:

  • Die Wärmedämmung der Außenwände. Dabei sollen möglichst alle Außenwände gedämmt werden, die nicht mindestens den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 16.08.1994 (BGBl. I S. 2121) entsprechen.
  • Die Wärmedämmung der Kellerdecke und der erdberührten Außenflächen beheizter Räume, der untersten oder obersten Geschossdecke oder des Daches. Bei selbst genutztem Wohneigentum sind auch der Ausbau oder das Erweitern des vorhandenen Wohnraums (Wohnflächenerweiterung) im Zusammenhang mit dem Dämmen der Außenwände und/oder des Daches förderfähig.
  • Der Einbau von Fenstern und Fenstertüren, Dachflächenfenstern und Außentüren sowie der Einbau von Lüftungsanlagen. Es sollen möglichst alle Fenster und Fenstertüren, Dachflächenfenster und Außentüren ausgetauscht und mit Dreifachverglasung ersetzt werden. Entsprechen einzelne Fenster und Türen bereits den Anforderungen der Anlage 3 der Wärmeschutzverordnung 1995 (Wärmedurchgangskoeffizient kF ≤ 1,8 W/m²K) können diese anerkannt werden. Bei der Erneuerung von Fenstern oder Fenstertüren im Geschosswohnungsbau muss der Tauwasserbildung an den Oberflächen von Bauteilen wirksam vorgebeugt werden. Zu diesem Zweck kann eine geeignete Lüftungsanlage eingebaut werden. Andernfalls ist zu gewährleisten, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der neu eingebauten Verglasung (Ug-Wert) um mindestens 0,1 W/m²K höher liegt als der Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwände (Uw-Wert) und/oder der Dachflächen (UD – Wert) des Raums, der durch die Verglasung belichtet wird. In der Regel soll dies durch die gleichzeitige Dämmung der Außenwände und Dachflächen erfolgen. Dies gilt analog für die Erneuerung von Hauseingangstüren. Im Einzelfall darf der Bildung von Tauwasser durch andere Maßnahmen vorgebeugt werden. Der Bewilligungsbehörde ist darzulegen, dass die getroffenen Maßnahmen die Anforderungen mindestens gleichwertig erfüllen.
  • Der erstmalige Einbau oder das Verbessern der Energieeffizienz von Heizungs- und Warmwasseranlagen auf der Basis von Brennwerttechnologie, Kraft-Wärme-Kopplung, Nah- /Fernwärme und erneuerbaren Energien sowie von unterstützenden Solarthermie-Anlagen. Diese Maßnahmen müssen die technischen Anforderungen der Anlage I-V des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz vom 7. August 2008 (BGBl. I 2008 S. 1658) in der jeweils geltenden Fassung erfüllen. Nicht förderfähig sind Nachtstromspeicherheizungen sowie andere mit Direktstrom betriebene Heizungssysteme und hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer.

Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der jeweils gültigen Fassung sind bei der Durchführung der Maßnahmen einzuhalten. Vorrangig sollen Maßnahmen gefördert werden, die  ein Sachverständiger in dem vorzulegenden Energieausweis empfohlen hat. Der Nachweis über die Einhaltung der Anforderungen muss durch einen Sachverständigen erfolgen, der zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist. Die Maßnahmen sind durch ein Fachunternehmen des Bauhandwerks durchzuführen.

Abbau von Barrieren:

  • Das Ändern der Grundrisse, um barrierearme Wohnflächen oder die notwendigen Bewegungsflächen zu schaffen; auch der Anbau einzelner Räume.
  • Der Einbau neuer, verbreiterter Türen (Innentüren und Wohnungsabschlusstür) sowie von Balkontüren, um Türschwellen abzubauen.
  • Das barrierefreie Umgestalten des Bades durch Ausstattungsverbesserungen wie den Einbau einer bodengleichen Dusche, eines unterfahrbaren Waschtischs oder einer erhöhten Toilette, und das Verlegen von Schaltern, Steckdosen und Haltegriffen. Werden Maßnahmen in Bädern durchgeführt, müssen diese ohne Stufen, Schwellen oder untere Türanschläge zu erreichen sein. Das Bad muss mit Waschtisch, Toilette und bodengleichem Duschplatz mit rutschhemmender Oberfläche ausgestattet sein. Ein Duschplatz gilt auch als bodengleich, wenn er Wasserschutzkanten von bis zu 2 Zentimeter Höhe hat. Sofern Toilette und Dusche in getrennten Räumen untergebracht sind, müssen beide ohne Stufen, Schwellen oder untere Türanschläge zu erreichen sein.
  • Der barrierefreie Umbau eines vorhandenen oder der Anbau eines neuen barrierefreien Balkons oder einer barrierefreien Terrasse.
  • Das Schaffen stufenfrei erreichbarer Abstellflächen.
  • Das Nachrüsten mit elektrischen Türöffnern, der Einbau von Orientierungssystemen für Menschen mit sensorischen Einschränkungen, das Ausstatten mit auditiven, visuellen und taktilen Orientierungshilfen.
  • Das Überwinden von Differenzstufen, zum Beispiel zwischen Eingang und Erdgeschoss sowie innerhalb einer Wohnung, durch Rampen, Aufzug, Treppenlift oder durch das Umgestalten eines Nebeneingangs. Wohnungen im Erdgeschoss sowie Aufzüge sollen von der öffentlichen Verkehrsfläche stufenlos zu erreichen sein. Soweit dies nicht gegeben ist, soll die stufenlose Erreichbarkeit später herstellbar sein, zum Beispiel durch einen Treppenlift.
  • Der Bau eines neuen Erschließungssystems, um die Wohnungen barrierefrei zugänglich zu machen, zum Beispiel durch Aufzugtürme, Laubengänge, Erschließungsstege sowie durch den Einbau, Anbau oder das Modernisieren eines Aufzugs.
  • Der Einbau einer rollstuhlgerechten, unterfahrbaren Einbauküche.

Verbesserung der Sicherheit und Digitalisierung

  • Der Einbau von Sicherheitstechnik zum Schutz gegen Einbruch.
  • Der Einbau oder das Nachrüsten von Türen mit Türspion oder Querriegelschloss.
  • Die Verriegelung von Fenstern oder Fenster- und Kellertüren.
  • Das Verbessern der Belichtung am und im Gebäude zum Beispiel durch Bewegungsmelder.
  • Der Einbau von intelligenter Gebäudetechnik (Smart Home) zum Beispiel für optimiertes Bewirtschaften und Steuern des Verbrauchs, für Kommunikation und Vernetzung sowie wohnbegleitende Service- und Assistenzangebote.
  • Maßnahmen, die ein Brandschutzgutachten empfiehlt.

 Verbesserung des Wohnumfeldes

  • Das Verbessern oder Neugestalten des Wohnumfelds, zum Beispiel Quartiersplätze, Spielplätze, Bolzplätze und Bewegungsfelder für Mietwohnungen auf dem Baugrundstück und im Wohnquartier.
  • Das Herstellen der Barrierefreiheit auf Wegen, Freiflächen und Stellplätzen des Grundstücks und im Wohnquartier.
  • Das Verbessern oder Schaffen von alternativen, barrierefrei erreichbaren Nahmobilitätsangeboten für die Hausgemeinschaft (Mietwohnungen) auf dem Baugrundstück und im Wohnquartier, zum Beispiel Abstellanlagen für (Lasten-)Fahrräder, Rollatoren, Kinderwagen.
  • Das Neugestalten der Eingangsbereiche von Wohnanlagen, zum Beispiel der Um- und Anbau oder Einbau von Portierslogen.
  • Der Umbau von Räumen oder Wohnungen im Erdgeschoss zu Abstellräumen oder Gemeinschaftsräumen sowie die Neuordnung der Müllbeseitigungsanlagen.
  • Das Verbessern der inneren Erschließung, zum Beispiel das Durchtrennen langer Erschließungsflure und das (Neu-)Erschließen der geteilten Geschosse durch ein zusätzliches Treppenhaus sowie der Umbau von Kellergeschossen, um Angsträume und schlecht einsehbare Bereiche zu beseitigen.
  • Bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Lärm.
  • Das Erstellen von Quartierskonzepten, zum Beispiel für konzeptionelle Beratungsleistungen, sozialplanerische Voruntersuchungen, Beteiligungen oder Befragungen von Bewohnerinnen und Bewohnern im Zusammenhang mit nach dieser Richtlinie geförderten Maßnahmen.

 Sonstige Instandsetzungen

  • Förderfähige Maßnahmen sind auch Instandsetzungen, die nicht durch die Modernisierung verursacht werden, soweit sie gemäß Nummer 2.1 der Modernisierungsrichtlinie im Rahmen der geförderten Modernisierung erfolgen. Dies kann beispielsweise das Streichen der Treppenhäuser oder die Erneuerung der Beleuchtung in den Hausfluren sein. Die Kosten dieser sonstigen Instandsetzungen dürfen die Kosten für die Modernisierungsmaßnahmen und die Kosten der durch die Modernisierung verursachten Instandsetzungen nicht übersteigen. Damit ist sicherzustellen, dass keine Mietpreis- und Belegungsbedingungen für bestehenden Wohnraum vereinbart werden, der mit der Förderung nicht nachhaltig modernisiert, sondern lediglich instandgesetzt wird.

Wie hoch ist das Darlehen?

Das Darlehen beträgt maximal 100.000 € pro Wohnung oder Eigenheim. Die Förderung erfolgt mit Darlehen bis zu 100 Prozent der förderfähigen Bau- und Baunebenkosten.

Darlehensbeträge unter 5.000 € können nicht bewilligt werden.

Wie sind die Darlehenskonditionen?

Zinsen:

  • 0,0% p.a. für die ersten zehn Jahre, danach beträgt der Zins jährlich 0,5 %.
  • Die Dauer der Zinsverbilligung beträgt wahlweise 20 oder 25 Jahre nach der Fertigstellung der Maßnahmen. Im Anschluss wird das Darlehen marktüblich verzinst.

Verwaltungskostenbeiträge:

  • einmalig: 0,4%
  • laufend:   0,5% p.a.. Nach Tilgung des Darlehens um 50% wird der Verwaltungskostenbeitrag vom halben Darlehensbetrag erhoben.

Tilgung:

  • 2% p.a. zuzüglich ersparter Zinsen.

Tilgungsnachlass:

  • Auf Antrag kann ein anteiliger Tilgungsnachlass (Teilschulderlass) in Höhe von 20 v. H. des nach Prüfung des Kostennachweises anerkannten Darlehens gewährt werden. Zins- und Tilgungsleistungen sowie der laufende Veraltungskostenbeitrag werden vom reduzierten Darlehen erhoben.

Auszahlung des Darlehens:

  • Die Auszahlung des Darlehens erfolgt
  • in einer ersten Rate in Höhe von 30% bei Maßnahmenbeginn und
  • in einer zweiten Rate in Höhe von 70 % nach Fertigstellung der Maßnahme und abschließender Prüfung des Kostennachweises durch die Wohnraumförderung.

Beträgt das insgesamt gewährte Darlehen nicht mehr als 15.000 €, erfolgt die Auszahlung des Darlehens

  • in einer ersten Rate in Höhe von 50 % bei Beginn der Maßnahme
  • in einer zweiten Rate in Höhe von 50 % nach Fertigstellung und abschließender Prüfung des Kostennachweises durch die Bewilligungsbehörde.

Mietpreisbindung

Für die Dauer der Zinsverbilligung – wahlweise 20 oder 25 Jahre – sind folgende Mieterhöhungsregelungen und Mietobergrenzen einzuhalten:

Bei preisgebundenem Wohnraum sind zur Ermittlung der Miete nach Fertigstellung der Modernisierung die Vorschriften zur Berechnung der preisrechtlich zulässigen Mieterhöhung gem. Wohnungsbindungsgesetz, der Zweiten Berechnungsverordnung und der Neubaumietenverordnung zu beachten.  

Bei nicht preisgebundenem Wohnraum sind folgende Regelungen zu beachten:
Die Miete nach Modernisierung setzt sich zusammen aus der zuletzt vereinbarten Kaltmiete vor Modernisierung und dem Erhöhungsbetrag nach § 559 BGB mit folgenden Mietobergrenzen pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat:
 

- In Gemeinden mit Mietniveau 2:              5,00 Euro

- In Gemeinden mit Mietniveau 3:              5,55 Euro

Die Mietobergrenze darf um das Einfache der errechneten Energiekosteneinsparung zum Zeitpunkt der Förderzusage überschritten werden. Werden Maßnahmen zur Energieeinsparung, die der Förderzusage zugrunde liegen, nicht umgesetzt, so ist die bewilligte Miete entsprechend einer aktualisierten Berechnung der Energieeinsparung zu kürzen. Werden Heizungs- und Warmwasseranlagen im Rahmen von Contracting-Maßnahmen modernisiert oder erstmalig eingebaut, so ist die zulässige Mietobergrenze pauschal um 0,20 Euro pro qm Wohnfläche und Monat niedriger.

Eine Erhöhung der Miete während der in der Förderzusage festgelegten Zinsverbilligungsdauer von 20 oder 25 Jahren ist zulässig, wenn die in der Förderzusage festgelegte Miete zuzüglich einer Erhöhung um 1,5 v. H. für jedes Jahr bezogen auf die Miete nach Modernisierung nicht überschritten wird.

Belegungsbindung

Für die Dauer der in der Förderzusage festgelegten Zinsverbilligung darf die geförderte Wohnung bei Neuvermietung nach Förderzusage nur an Personen mit einem gültigen Wohnberechtigungsschein vermietet werden.

Antragsverfahren

Die Fördermittel können Sie bei der Wohnraumförderung des Kreises Steinfurt beantragen. Hier erhalten Sie auch die entsprechenden Antragsvordrucke und weitergehenden Informationen:

Die Maßnahmen müssen innerhalb von 24 Monaten nach Erteilung der Förderzusage abgeschlossen sein. Mit der Anzeige der Fertigstellung der Maßnahmen ist ein Kostennachweis in Form einer summarischen Kostenaufstellung vorzulegen. Werden Maßnahmen nicht wie beantragt durchgeführt oder entstehen tatsächlich geringere Kosten, bleibt eine Darlehenskürzung vorbehalten.