Häufig gestellte Fragen

 

Die Liste der häufig gestellten Fragen wird laufend ergänzt.


Gibt es eine Bagatellgrenze?

Ja, bei Anträgen unter 2.000 Euro Fördermitteln für private Antragsteller und unter 12.500 Euro für öffentliche Antragsteller gibt es keine Bewilligung (vgl. Landeshaushaltsordnung NRW).

Die Höchstgrenze an Fördermitteln liegt aktuell bei 250.000 Euro je Projekt.


Darf ich die Maßnahme schon gestartet haben?

Nein, erst nach der Bewilligung darf eine mit LEADER geförderte Maßnahme losgehen.


Vergabe - was muss ich beachten?

Das Einholen von Angeboten und die Vergabe von Aufträgen sind für viele Antragsteller Neuland und die schwierigste "Übung" bei LEADER.

Eine Orientierung bietet folgende Tabelle:


bis 500 Euro Nettowert
500 - 10.000 Euro Nettowert
10.000 - 25.000 Euro Nettowert
25.000 bis 209.000 Euro Nettowert
ab 209.000 Euro Nettowert
Direktvergabe (formloser Preisvergleich)
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Freihändige Vergabe (Einholung von mindestens drei schriftlichen Angeboten)

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Beschränkte Ausschreibung (nach VOL)


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Öffentliche Ausschreibung (nach VOL)



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Europaweite Ausschreibung (nach VOL)




x


Grundsätzlich orientiert sich LEADER an der VOL (Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen) und der VOB (bei Bauleistungen).

Private Träger haben vereinfachte Vergabebedingungen: bis 10.000 Euro Zuwendung reichen in der Regel drei Vergleichsangebote aus.


Was erwartet mich in der Vorstandssitzung bei der Projektvorstellung?

In der Vorstandssitzung, die in der Regel 4x im Jahr stattfindet, stellen Projektantragsteller ihr Projekt vor. In der Regel sind dafür ca. 10 Minuten Zeit, so dass möglichst kurz und prägnant erläutert werden sollte, was das Ziel des Vorhabens ist und warum LEADER-Mittel dafür eingesetzt werden sollten. Details können die Vorstandsmitglieder vorab aus der Projektskizze erhalten.

Auf Basis der gegebenen Informationen und den Nachfragen durch den Vorstand entscheidet der Vorstand am Ende seiner Sitzung über alle vorgestellten Projekte. Im Anschluss werden die Vortragenden entsprechend informiert.


Was ist nicht förderfähig?

Was förderfähig ist, wird immer am konkreten Projekt besprochen. Grundsätzlich nicht förderfähig sind:

- Maßnahmen in Ortschaften über 30.000 Einwohnern

- Maßnahmen außerhalb des Steinfurter Landes (außer bei Kooperationsprojekten)

- bereits begonnene Maßnahmen

- konkrete Personalkosten - hierfür werden in dieser Förderperiode Pauschalen angesetzt. Bürokosten werden ebenfalls entsprechend einer Pauschale gefördert

- Kauf von gebrauchten Gegenständen

- Präsente

- Umsatzsteuer, wenn sie erstattungsfähig ist oder bei von Steuer befreiten Personen

- Pflichtaufgaben (gesetzliche/vertragliche Verpflichtungen)

- Zinsen auf Schulden

- Erwerb von Land

- Reisekosten außerhalb des Landesreisekostengesetzes

- Wegebau

- Doppelförderung


Kann man LEADER mit anderen Fördermitteln koppeln?

Relativ schwierig ist die Kopplung von LEADER- mit Landesförderungen. Eine Kopplung mit Bundesfördermitteln funktioniert in der Regel dagegen gut. Auch mit Stiftungen lässt sich LEADER kombinieren, z.B. mit der NRW-Stiftung. Um festzustellen, ob LEADER- und andere Fördermittel im konkreten Fall kombinierbar sind, ist grundsätzlich eine Einzelfallprüfung erforderlich.


Lassen sich LEADER-Mitteln mit Spenden kombinieren?

Die Kofinanzierung eines LEADER-Projektes kann durch zweckgebundene Spenden erfolgen, solange beim Antragsteller ein Eigenanteil von 10% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben verbleibt.

Beispiel: 50.000 Euro zuwendungsfähige Gesamtkosten

10% = 5.000 Euro

LEADER-Förderung: 32.500 Euro (65%)

Kofinanzierung: 17.500 Euro (35%).

Von 17.500 Euro können 12.500 Euro aus zweckgebundenen Spenden stammen, 5.000 Euro müssen aus Eigenmitteln finanziert werden.


Kann man Eigenleistungen in Form von freiwilligen, unentgeltlichen Leistungen erbringen und wie fließen diese ein?

Bürgerschaftliches Engagement in Form von freiwilligen, unentgeltlichen Arbeitsleistungen kann bei Maßnahmen von Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen einfließen:

- als fiktive Ausgabe in Höhe von 15 Euro/Stunde je geleisteter Stunde.

Die Anrechnung sollte grundsätzlich nicht mehr betragen als 60% des Nettobetrags, der sich bei Vergabe der Leistung an ein Unternehmen ergäbe.

Rechenbeispiel:

Materialkosten 10.000 Euro
Arbeitskosten, die in Eigenleistung erfolgen: 4.500 Euro (anzusetzen: 15 Euro/h; das wäre z.B. bei 10 Helfern und 30 Gesamtstunden pro Helfer dann 4.500 Euro gesamt)
Gesamtkosten: 14.500 Euro
65% LEADER: 9.425 Euro
35% Eigen- und Drittmittel: 5.075 Euro, davon 4.500 Euro unbar (als Eigenleistung) und 575 bar.


Was muss einem Antrag auf Bewilligung beigefügt werden?

Das Antragsformular ist auszufüllen. Dazu benötigt man eine für EU-Förderungen erforderliche Unternehmernummer, die man bei der Landwirtschaftskammer beantragen muss.

In der Regel müssen Sie Nachweise zur Rechtsform beifügen (Verein, Unternehmen...).

Dem Antrag fügen Sie eine Projektbeschreibung mit Projektziel und einen Kostenplan bei. Die Positionen aus dem Kostenplan müssen plausibel sein, d.h. auf realistischen Preisen beruhen. In der Regel können Sie dies nachweisen durch Online- oder Printangebote (Kataloge, Preisabfragen, Onlineversand...) oder durch Referenzwerte (bei Architektenleistungen: HOAI). Jede Kostenposition ist durch 2-3 solcher Plausiblitätsnachweise zu belegen (private Zuwendungsempfänger bei Zuwendungen bis 10.000 Euro: 2 Nachweise; ab 10.000 Euro: 3 Nachweise je Kostenposition. Der wirtschaftlichste Preis ist auszuwählen). 

Je nach Projektinhalt und Kosten sind weitere Nachweise erforderlich, viel Lagepläne, Baugenehmigungen, Nutzungsverträge usw.

Die Antragstellung ist aufwendig und erfordert eine gewisse Sorgfalt. Hintergrund: zum Einen sind die Fördermittel öffentliche Mittel aus Steuerlast und daher ist besonders genau zu prüfen, dass diese nicht verschwendet, sondern zielgerecht eingesetzt werden. Zum Andern sichert sich der Antragsteller mit einem "prüffesten" Antrag selbst gegen spätere Prüfungen ab.

Mehr Infos: LEADER Leitfaden