Gelegeschutz

Gezielter Gelegeschutz bodenbrütender Feldvogelarten (Gelegeschutzprämie)

Ergänzend zu den flächenbezogenen Umsetzungen von einjährigen Feldvogelinseln haben Landwirtinnen und Landwirte im Kreis Steinfurt ab dem Frühjahr 2026 die Möglichkeit, eine Gelegeschutzprämie für Einzelgelege zu beantragen. 

Antrag: Der Antrag steht hier ab 2026 zur Verfügung.

Artenportaits

Nicht sicher, um welches Gelege es sich handelt? Weiterführende Informationen zu den Feldvogelarten, ihren Eiern und Nestern sowie zur Gelegegröße und Brutdauer finde Sie hier:


Kiebitz 
(Fotos: T. Niehoff)

Kiebitz-Gelege 

Kiebitz-Küken

Brutplatz: Feuchtwiesen, Äckern und Brachen.
Das Nest wird häufig auf dem Flurstück angelegt, wo Balz beobachtet wird (geringer Aktionsradius).Es können mehrere Brutpaare je Flurstück zu finden sein (Koloniebrüter -> Antragstellung mit mehreren Gelegen je Flurstück möglich).

Nest:  Brutmulde ggf. mit Material (Stöckchen, Stroh etc.) ausgepolstert

Brutperiode: Ab Mitte März

Gelege: Vollgelege mit 4 Eiern (2-5 Eier möglich; Legeabstand 1-2 Tage)

Eier: Länge ca. 4,6 cm; Form rundlich-oval und glatt; Färbung matt gelblichbraun bis oliv mit ± rundlich, dunklen Flecken.
Die Eier sind rundlicher und die Fleckung dunkler (dunkelbraun bis schwarz) als bei Brachvogel oder Uferschnepfe (vgl. Artenportraits und Fotos).


Kiebitz-Gelege
(Fotos: BS Steinfurt)

Brutdauer: 26-29 Tage.

Küken: Faustgroß, kompakt mit langen Beinen; Färbung gelblich-beige, durchzogen von dunklen Flecken und Streifen; Flügge nach ca. 35-40 Tagen

Aussparung bei Bewirtschaftungsgängen: 2 m vor/nach dem Nest 

Ausnahme: Nach Rücksprache mit uNB/Biostation kann ein Vollgelege (ab 4 Eiern) im Ausnahmefall temporär mittels einer Dachpfanne versetzt werden. Es darauf zu achten, dass Nest nicht zu verändern und anschließend wieder an den ursprünglichen Standort zurückzusetzen. Die zur Umsetzung genutzte Dachpfanne sollte belassen und anschließend mit grobem Material vorsichtig überdeckt werden.


Brachvogel
(Foto: BS Steinfurt)

Brachvogel-Gelege
(Fotos: J. Focke) 

Brachvogel-Küken

Brutplatz: Feuchtwiesen, Äcker und Brachen
Es sind selten mehr als ein Brutpaar je Flurstück zu finden (Ausnahme: Extensives Grünland in  Naturschutzgebieten), der typische Kükenwarnruf des Brachvogels ist gut zu hören.

Nest:  Brutmulde durch plattgedrücktes Gras
(kein weiteres Nistmaterial)

Brutperiode: Ab Mitte März

Gelege: Vollgelege mit 4 Eiern (3-5 Eier möglich; Legeabstand 1-2 Tage)

Eier: Länge ca. 6,7 cm; Form kreiselförmig-oval; Färbung hell-grün bis dunkel-olive, blass gepunktet und schwach glänzend.Die Eier sind größer als beim Kiebitz und breiter als bei der Uferschnepfe. Die Punkte auf den Eiern sind zumeist blasser als beim Kiebitz und wirken oft grünlich. 

Brutdauer: 20 Tage.

Küken: Flügge nach ca. 5-6 Wochen

Aussparung bei Bewirtschaftungsgängen: 2 m vor/nach dem Nest 

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Brutplatz: Feuchtwiesen und feuchten Äckern
Bruten außerhalb von Naturschutzgebieten sind im Kreis Steinfurt nicht mehr bekannt.

Nest: Brutmulde durch plattgedrücktes Gras (kein weiteres Nistmaterial)

Brutperiode: Ab Mitte März

Gelege: Vollgelege mit 4 Eiern (3-5 Eier möglich; Legeabstand 1-2 Tage)

Eier: Länge ca. 5,6 cm; Form spindelförmig-oval (vgl. Fotos).
Die Eier sind kleiner und schmaler als die des Brachvogels. Die Punkte auf den Eiern sind zumeist blasser als beim Kiebitz und wirken oft grünlich. 

Brutdauer: 22-24 Tage.

Küken:  Flügge nach ca. 30-35 Tagen

Aussparung bei Bewirtschaftungsgängen: 5* m vor/nach dem Nest (*störungsempfindlichere Art)

Uferschnepfen reagieren äußerst sensibel auf Störungen im direkten Umfeld des Geleges. Daher sollte der direkte Nestbereich nicht betreten werden und auch z.B. zur Markierung verwendete Stöcke äußerst zeitnah entfernt werden. Hierbei das um das Gelege befindliche Gras unverändert belassen. Es können z.B. bereits abgeknickte Halme in direkter Nähe des Nestes zu einer Nestaufgabe führen.

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Brutplatz: Schilf, nutzen auch Getreide und Ackergras
Der kreisende Balzflug mit hohem Rufen sowie das Einfliegen mit Nistmaterial in Getreide etc. sind Verhaltensweisen, die ein Rohrweihen-Gelege vermuten lassen.

Nest: Nest aus eingetragenen Stöckchen

Brutperiode: Ab April

Gelege: 4-5 Eier möglich; Legeabstand 1-2 Tage

Eier: Länge ca. 5-6 cm; Form rundlich; Färbung bläulich-weiß.

Brutdauer: 31-36 Tage (Schlupf erfolgt zeitversetzt)

Küken: weiße, vgl. große Nesthocker; Flügge/selbstständig nach ca. 50-60 Tagen

Aussparung bei Bewirtschaftungsgängen: 25 x 25 m vor/nach dem Nest (*sehr störungsempfindlichere Art)

Als Gelegeschutzmaßnahme für die Rohrweihe ist die Aussparung bei folgenden Bearbeitungsschritten in einem Bereich von 25 x 25m notwendig. Die Mitarbeitenden der Biologischen Station Steinfurt unterstützen bei Rohrweihen-Gelegen und übernehmen Beratung und notwendige Einzäunungen zum Schutz vor Prädation.  

 

Artenportraits Gelegeschutzprämie  (PDF-Download)


Feldvogelschutz

Im Kreis Steinfurt gibt es vergleichsweise und insbesondere in den Schutzgebieten noch gute Bestände von bedrohten Feldvogelarten wie zum Beispiel Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe. Im Rahmen der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie werden die Bemühungen um den Schutz von Feldvögeln auf Ackerflächen, insbesondere für den Kiebitz als eine der Verantwortungsarten des Kreises Steinfurt weiter intensiviert.

  • Feldvogelinseln im Acker (NRW-Umweltministerium)
  • Feldvogelinseln im Wintergetreide (Kreis Steinfurt)
  • Gelegeschutzprämie (Kreis Steinfurt)

Förderpropgramme Naturschutz

 

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