Informationen für Betroffene
Was ist die Vertrauliche Spurensicherung?
Bei der Vertraulichen Spurensicherung werden Beweise wie DNA-Spuren, Verletzungen oder Kleidung gesichert und aufbewahrt. Das geschieht ohne eine sofortige Anzeige bei der Polizei, sodass Betroffene Zeit gewinnen für die Entscheidung, ob sie später Anzeige erstatten können.
Wo wird die Vertrauliche Spurensicherung angeboten?
Der Runde Tisch gegen Gewalt Kreis Steinfurt arbeitet derzeit daran, mehr Anlaufstellen im Kreis Steinfurt für die Vertrauliche Spurensicherung zu gewinnen. Hier finden Sie immer den aktuellen Stand, wo die Vertrauliche Spurensicherung möglich ist:
Wie läuft die Vertrauliche Spurensicherung ab?
1. Sie kontaktieren eine medizinische Anlaufstelle (derzeit das Mathias-Spital in Rheine oder das Maria-Josef-Hospital in Greven) oder gehen direkt in die Notaufnahme und bitten um eine Vertrauliche Spurensicherung.
2. Sie unterschreiben eine Erklärung zur Vertraulichen Spurensicherung und zur Aufbewahrung der Spuren für 5 Jahre. Auf Wunsch erhalten Sie eine Kopie.
3. Die Untersuchung wird dokumentiert und die Spuren werden im Institut für Rechtsmedizin in Münster gesichert (z.B. DNA oder Kleidung). Für Sie entstehen keine Kosten.
4. Wenn Sie sich später für eine polizeiliche Anzeige entscheiden, können Sie die Polizei über die Spurensicherung informieren. Zusammen mit Ihnen leitet die Polizei dann die notwendigen Schritte ein.
5. Wenn Sie sich gegen eine polizeiliche Anzeige entscheiden, werden die Spuren nach 5 Jahren automatisch vernichtet.
Wichtig zu wissen
Wenn es Ihnen möglich ist...
• duschen oder waschen Sie sich nicht
• waschen Sie Ihre Kleidung nicht
• lassen Sie weitere Spuren unverändert (z.B. Bettlaken, Handtücher usw.)
Das erleichtert die Spurensicherung. Es können aber auch Spuren gesichert werden, wenn Sie sich geduscht, gewaschen und Ihre Kleidung gewaschen haben.
Sexualisierte und körperliche Gewalt führen auch zu schweren seelischen Verletzungen. Diese allein zu bewältigen, ist schwierig. Daher ist es wichtig, sich Hilfe bei Beratungsstellen zu holen, um das Erlebte zu verarbeiten. Gespräche in den Einrichtungen sind immer vertraulich und kostenfrei. Hier finden Sie alle Hilfe-Angebote für Betroffene von Gewalt.
Eine Notfallverhütung ("Pille danach") erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke (auch im Notdienst). Sie sollte möglichst schnell eingenommen werden - je nach Wirkstoff innerhalb von 72 oder 120 Stunden. Unter 14 Jahren ist in der Regel die Zustimmung der Eltern erforderlich, ab 14 Jahren entscheidet die Apotheke im Einzelfall.

